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Artikel vom 15. Mai 2003

B-Boy Workshop

? HipHop - Definition, Geschichtliches.

Die HipHop Kultur begann sich Anfang der 70er Jahre in einem der ärmsten und von Gewalt durchsetztesten Stadtteile New Yorks, der Bronx, in dem hauptsächlich Afroamerikaner und Puertoricaner lebten, zu entwickeln. Es war eine Art Gegenbewegung zu den negativen Ansätzen der Gangs, die jenes Viertel der Stadt zu diesem Zeitpunkt beherrschten. Die HipHop Kultur begann diese Negative und zerstörerische Energie in positive, kreative und aufbauende umzuwandeln. Es wurde in diesem Milieu möglich, friedliche Konfliktlösungen durch Kreativität, in sog. "Battles", herbeizuführen und die Gewalt in der Bronx spürbar zurückzudrängen.

Aus den kreativen Ansätzen jener Tage entwickelten sich die 4 kreativen Elemente der HipHop Kultur, die bis heute Bestand haben:

B-Boying/B-Girling: Tanzform (durch die Medien auch bekannt als "Breakdance") Besteht aus: Styles, electric Boogaloo, Locking, Powermoves, Footwork, Boogie, Freezes und akrobatischen Elementen

DJing: Weiterentwickelte Form des puren Plattenauflegens. Der DJ nutzt zwei Plattenspieler um zwei Musikstücke ineinander zu mischen. Durch: Scratching, Cutting, Sampling, Beat Juggeling und Mixing.

MCing/ Rap: (MC=Master of Ceremony) Sprechgesang (meist in Reimform) der durch Rhythmen von DJs unterstützt wird.

Writing/Graffiti: Aaerosol-Art bei der die Synonyme hauptsächlich auf gut sichtbaren Wänden und auf Zügen geschrieben werden. Es haben sich im laufe der zeit verschiedene Styles entwickelt, welche in Tags und Pieces ihren Ausdruck finden.

In allen Elementen hatten die damaligen Aktivisten, die meist einer gesellschaftlichen Minderheit angehörten die Möglichkeit ihre kreativen Erzeugnisse als Sprachrohr zu nutzen: Rap wurde im Radio gespielt und es wurden Tonträger verkauft, die Bilder der Writer waren überall und von jedermann zu sehen, B-Boys tanzten auf der Straße und sind in vielen Städten bis heute dort nicht mehr wegzudenken und DJs "kratzten" ihre Platten auf vielen öffentlichen Partys, zu denen jeder Zutritt hatte, mit einem meist sehr lauten Soundsystem. Sie benutzten ihre Kunst als Medium um sich Gehör und Respekt bzw. Ansehen zu verschaffen.

? B-Boying/B-Girling - What is it?

B-Boying ist eine sich besonders durch ihre akrobatischen Elemente auszeichnende Tanzform, die größtenteils als "Breakdance" bekannt ist.

Die Wurzeln des B-Boying liegen in der Afro-brasilianischen Kampfkunst "Capoeira". Diese wurde in Brasilien von Sklaven zu ihrer Verteidigung vor Sklavenhaltern ausgeführt und gelehrt. Markant ist für diese Kampfkunst ihre flüssigen, tanzähnlichen, rhythmischen Bewegungen, die überwiegend nahe am Boden ausgeführt wurden.

Unter Breakdance oder B-Boying versteht man heute jene Tanzform, die Anfang der 70er Jahre in der Bronx, New York entwickelt wurde und sich im wesentlichen aus akrobatischen, flüssig-tänzerischen und rhythmischen Teilen zusammensetzt. Auf "Blockpartys" in der Bronx wurde angefangen, wann immer ein DJ ein "Break" (Drumsolo in einem Track) spielte und diesen mittels zweier Plattenspieler verlängerte, auf solche Art zu tanzen. Deswegen wurde der Begriff "Break Boy", also "B-Boy" geprägt. In der HipHop-Geschichte ist Breakdance ein wesentlicher Bestandteil von den Konfliktlösungsstrategien. Man hatte durch Breakdance die Möglichkeit Konflikte nicht mit körperlicher Gewalt, sondern in sog. "Battles" auszutragen. Es gab also eine Art spontaner "Tanzwettbewerbe", die überall und zu jeder Zeit stattfinden konnten. Ein Konflikt war gelöst, sobald ein Kontrahent aus dem "Battle" als Sieger herausging.

Es entstanden schnell Zusammenschlüsse der einzelnen B-Boys zu "Crews". Eine dieser Crews war die Rock Steady Crew, die weltweit Anfang bis Mitte der 80er Jahre eine große Popularität besaß. Durch die Rock Steady Crew und viele andere Gruppen wurde Breakdance zu einer verblüffenden Vorführung akrobatischer Bewegungen und Drehungen auf Rücken, Schultern, Kopf und Händen Auch im Deutschen Fernsehen gab es Auftritte der Rock Steady Crew bei "Wetten dass..." oder dem "ZDF Musikladen", die zusammen mit dem Kinofilm "Wildstyle" Breakdance in Deutschland sehr berühmt machten.

? Der Workshop

Am 07. Juni 2003 in der Zeit von 11:00 bis ca. 19:00 Uhr wird ein B-Boy Workshop im Dillenburger Jugendhaus stattfinden. Veranstaltet wird dieser Workshop von der Stadtjugendpflege Dillenburg und Andreas Unverzagt. Als Gäste werden die B-Boy Crew "BATTLE FORCE" aus Wissen für eine fachgerechte Praxisanleitung und die DJ Crew "FADER FETISCHISTEN" aus Herborn für die musikalische Unterstützung begrüßt werden dürfen.

In diesem Workshop geht es darum, in die Tanzform "Breakdance" bzw. "B-Boying" eine Einführung zu geben. Die Teilnehmer sollen in groben Zügen die verschiedenen Arten des B-Boying kennenlernen und dadurch soll das Interesse an diesen geweckt und die Kreativität in der eigenen Durchführung angeregt werden.

Die eingeladenen B-Boys werden zunächst ein Showcase bieten um zu zeigen, was B-Boying beinhaltet. Danach wird es eine kurze geschichtliche Einführung mit verschiedenen Videoelementen geben. Daraufhin, nach einer kurzen Mittagspause, werden den Teilnehmern Grundfertigkeiten in dieser Tanzform beigebracht (z.B. der Six-Step). Das weitere Programm besteht darin, verschiedene Dinge unter Anleitung der erfahrenen Tänzer auszuprobieren und manches, soweit dies der zeitliche Rahmen gewährt, zu lernen.

Ziel dieses Workshops ist in erster Linie das Interesse am Betreiben dieser Tanzform zu wecken, Wege zu zeigen, wie das Erlernen leichter fällt und für jeden machbar ist, und die damit verbundene Kreativität zu fördern.

Andreas Unverzagt


B-Boy Workshop


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