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Über uns

Grundhaltung
 
„Der Erfahrungsraum, der Kindern und Jugendlichen in der offenen Arbeit zur Verfügung gestellt wird, ist entscheidend geprägt von der Haltung der pädagogischen Fachkräfte.
Was sonst unterscheidet offene Jugendarbeit von einem Treff unter Jugendlichen auf der Parkbank, dem Spielen auf dem Schulhof oder der Kindergeburtstagsparty im Fast-Food-Restaurant?“
(Drogand-Strud/Rauw 2005)
 
Die Arbeit der Stadtjugendpflege Dillenburg soll in ihrer Gesamtheit auf eine pädagogische Grundhaltung aufgebaut werden, die den Menschen mit seinen Bedürfnissen, Ängsten und Wünschen in den Mittelpunkt stellt und ihn in seiner Verantwortlichkeit für sich selbst belässt und ihn bestärkt.
 
Entgegen einem defizitären Erziehungsverständnis gehen wir davon aus, dass ein großes Kräftepotential in jedem Menschen vorhanden ist, das in selbstbestimmten Prozessen geweckt wird, sich entfaltet und zur Anwendung kommen kann. Im Zugestehen der Selbstverantwortung und Selbstbestimmung – also einem gewissen Vertrauensvorschuss an den Jugendlichen – kann der Pädagoge jedoch auch mit seinen eigenen Interessen, seinen Werten und Überzeugungen einem Jugendlichen „auf Augenhöhe“ begegnen und muss diese nicht zurückstellen. Diese Ebene des Begegnens ist Basis für einen Dialog, der zu gemeinsamer Reflexion ermutigt und Konflikte nicht scheut. Mit dem Dialog tritt ein menschliches Miteinander und gemeinsames Aushandeln einer fairen Interaktion an die Stelle einer hierarchischen Erzieher-Zögling-Beziehung. Man trägt also als Pädagoge dazu bei, Lernen zu ermöglichen und schafft eine Atmosphäre, die dies fördert und sieht davon ab ein Ziel für einen anderen Menschen zu bestimmen, das man selbst für richtig hält. Dem Pädagogen ist daran gelegen, dass die Menschen gelassen werden, tätige Subjekte ihrer eigenen Lebenspraxis zu werden. Aus einer solchen Haltung resultiert, dass Pädagogen ihr Wissen nicht zu einer geschickten Manipulation eines Menschen einsetzen, damit er sich in einer bestimmten zielgerichteten Weise entwickelt, sondern er benutzt seine Kenntnisse um eine Grundlage für einen Dialog mit dem Lernenden zu schaffen. So gibt es keine vorgeplanten Situationen mehr, sondern nur noch konkrete Handlungsfelder, in denen Menschen miteinander in Kontakt treten und gemeinsam in einem offenen Austausch unter Einbringung ihrer Kompetenzen lernen. Dadurch entsteht eine wechselseitige Beziehung, die beidseitige Lernprozesse zwischen Jugendlichen und Mitarbeitern ermöglicht.
 
„Die Intention einer solchen pädagogischen Haltung besteht darin, die optimale Eigenständigkeit des Individuums – im Rahmen gesellschaftlicher Spielregeln und unter Berücksichtigung gegebener gesellschaftlicher Bedingungen – zu sichern, so dass es eine Chance hat, auf der Grundlage selbstentwickelter Wertvorstellungen mit anderen Menschen zu interagieren […] und zugleich aktiv in seine gesellschaftliche Situation einzugreifen und sie nach seinen Bedürfnissen zu ändern“
(Hinte 2004)